Woran es beim Online-Frankieren der Deutschen Post hapert

Wie man gesehen hat, bin ich fleißiger Packstationsnutzer … aber auch begeisterter Online-Frankierer. Aber heute war’s irgendwie anders, das Online frankieren. Es scheint, als gäbe es einen neuen Konfigurator, auch wenn er nicht sonderlich neu aussieht. Ich bin mir also nicht sicher, aber irgendwas war heute anders.

Ich starte wie immer auf post.de und klicke auf „Online frankieren“, dann landet man (neuerdings?) auf https://internetmarke.deutschepost.de. Wie man sieht, befindet man sich direkt im Warenkorb, was mich ein wenig verwirrt. Schließlich habe ich doch noch gar kein Porto gewählt. Und die Briefmarken, die schon im Warenkorb liegen, erst recht nicht. Komisch.

post_warenkorb_k

Nach einigem Suchen und motzigen Twittern finde ich ganz unten den Button „Paket oder Päckchen“. Ich wähle also mein Zielland „Frankreich“ und „Päckchen“. Kostet 8,60 €. Seltsamer Weise erscheint aber ein Gesamtpreis von 14,10 €! Ahso, die ungewünschten Briefmarken sind ja noch im Warenkorb! Doof.

post_warenkorb_paeckchen_k

Nachdem die Briefmarken also raus sind, kann man mit dem Eingeben der Adressen beginnen. Nun ist in meinem Beispiel der Empfänger Private Outlet nicht sparsam, was die Adresse angeht.

Folgendes muss in das Formular reingequetscht werden:

PRIVATE OUTLET
Service Retours
Bestellnummer: POC00000000000
c/o L4 LOGISTICS
Zl de l’Orme Pomponne
44 Avenue Paul Langevin
91130 Ris Orange – FRANCE

Und so sieht das bereitstehende Formular aus:

post_adressformular

Wie soll das bitte schön passen? Sollte die Post da nicht noch weitere optionale Felder anbieten? Und wie sieht’s aus mit Länderspezialitäten? Die Hausnummer in Frankreich wird z.B. immer vor die Straße gestellt. Ich habe zwar hier bereits Frankreich als Zielland angegeben, aber das Formular zeigt die Hausnummer immer noch hinter der Straße an.

Wenn ich alles reinquetsche zeigt mir die Vorschau, dass ausgerechnet meine Bestellnummer dran glauben muss und nicht mehr angezeigt wird. Ich hatte sie in die erste Zeile hinter „Service Retours“ geschrieben. Doof.

post_vorschau

Gehen wir weiter zu Schritt 2: „Bezahlart auswählen“. Hier gibt es neuerdings einen Mindestzahlbetrag von 10 € bei Zahlung per PayPal oder GiroPay. Na super! Ich muss also bei der Post 1,40 € Guthaben parken, bis ich mal wieder was frankiere. Damit bin ich eigentlich nicht einverstanden.

post_mindestzahlbetrag

Nächster Schritt: Porto ausdrucken. Klappt widererwarten, auch wenn das PDF, das sich öffnet, fett „MUSTER“ über der Adresse stehen hat. Im Ausdruck ist alles richtig (bis auf die fehlende Bestellnummer).

Weiter unten auf der Seite gibt’s dann eine „Kurz-Registrierung“, welche diesen Namen aber nicht verdient. Unter „kurz“ verstehe ich „E-Mail-Adresse“ und „Passwort“. Hier aber wird die komplette Adresse verlangt. Wobei mir einfällt, dass ich ja bei der Angabe des Absenders bereits meine Adresse angegeben habe. Warum wird diese dann hier nicht vorausgefüllt?

post_kurzregistrierung_k

Leider war dies nun immer noch nicht der finale Schritt, denn mein Wunschpasswort hat sich als nicht Post-kompatibel herausgestellt.

post_fehlermeldung

Hier frage ich mich zum Einen, warum Sonderzeichen verboten sind (schließlich werden Passwörter dadurch doch sicherer), und zum Anderen warum diese Info nicht vorher bereits angegeben wurde. Doof.

Danach hat mich eigentlich nur noch gestört, dass in der Bestätigungs-E-Mail weder Produkt noch Preis genannt wurden. Eine solche Quittung muss ich aber an Private Outlet senden, um die Portokosten zurückerstattet zu bekommen. Was also tun? Eine Mail an die Post schicken und nachfragen. Die Antwort:

Als registrierter Kunde erhalten Sie eine Rechnung über Ihre Käufe per Post zugesandt.

Das ist nicht deren Ernst, oder? Man frankiert ONLINE und erhält die Rechnung PER POST?

Nachträglich ist mir dann aufgefallen, dass sich ja immerhin auf der Seite „Porto ausdrucken“ auch ein Lieferschein als PDF befindet. Den habe dann an Private Outlet gemailt.

Also mal ganz ehrlich: Wer von Euch hat so viel Geduld? Ich halte das Online frankieren für ein Top-Angebot der Post, aber ein klein wenig Optimierungsbedarf ist noch vorhanden, oder?

25 Gedanken zu „Woran es beim Online-Frankieren der Deutschen Post hapert

  1. emzo

    Sieht für mich nach dem „Fall Bahn AG“ aus. Ex-Staatskonzern gibt sich zumindest teilweise Mühe vorne mit dabei zu sein (so traurig es ist: diese Unternehmen sind für Deutschland vorne mit dabei, was online angeht) und macht dabei unschöne Fehler, die ihnen hinterher die Akzeptanz der Benutzer verwährt.
    meine Erfahrungen zum Thema Online und Bahn habe ich hier fest gehalten:
    http://www.pl0g.de/wordpress/2009/07/27/die-bahn-dieses-internetdings-und-das-thema-servic/

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  3. Andreas

    Und ein weiteres Beispiel die Anwendung der Post auf dem IPhone. Super App, keine Frage. Handy-Porto eine wirklich innovative Idee. Aber jetzt kommt der typische Post-Marketing-Gau: Wieso kostet eine „Briefmarke“ über das Handy-Porto 95 Cent statt der üblichen 55 Cent? Hinzu kommen noch die Kosten für die SMS, die man an die Post schicken muss, damit man den Code bekommt. Also kostet mich eine Briefmarke über Handy-Porto 1,14 €. Super, die Post! Innovative Idee – schlecht umgesetzt! Offensichtlich ist es gar nicht gewollt, dass das Handy-Porto genutzt wird.

  4. schneewittchen

    Ich glaube, Sie haben Sinn und Prozedere einer Registrierung nicht ganz verstanden.

    Desweiteren kommt es immer auf das Verständnis des Einzelnen an, beim Bedienen einer Onlineanwendung. Man schaue sich nur einmal, die Kommentarfunktion dieses Blogs an: ich schreibe alle erforderlichen Angaben in die Felder und klicke auf „Kommentar speichern“. Und was passiert? Dreimal konnte ich meinen Kommentar nicht speichern. Bis ich merkte, dass man „Zum Schutz gegen Spam“ eine Zahl, nicht das Ergebnis in Buchstaben eingeben muss. Da muss man erstmal drauf kommen!

    Klar könnte ich jetzt motzen! „Was soll der Mist?!!? Dreimal muss ich meinen Text neu eingeben!“ Aber stattdessen bleibe ich gelassen, sehe über die vergeudeten 10 Minuten hinweg und widme mich jetzt anderen Dingen…

  5. paulinepauline Beitragsautor

    @schneewittchen ich kann das problem leider nicht nachvollziehen. man kann in das eingabefeld „Zum Schutz gegen Spam“ sowohl ziffern als auch zahlwörter eintragen. :(

    und was genau habe ich bei sinn und prozedere einer registrierung nicht verstanden? das würde mich dann doch etwas genauer interessieren. :)

  6. Pingback: Spaß mit der Deutschen Post… | Marken, Medien, Mainstream

  7. Martin Kliehm

    Mir ging es vor nicht allzu langer Zeit genauso. Nervig fand ich ebenso wie Du den Mindestbestellwert von €10, die katastrophale Usability bei der Paßwortauswahl und den obskuren Umstand, die Rechnung per Post zugesandt zu bekommen. OK, letzteres ist für viele Firmen ein Muß, aber man könnte ja auch per Checkbox abfragen, ob jemand eine Papierrechnung benötigt. Ohne Papierrechnung sind die Aufwände geringer, womit letztlich der Mindestbestellwert entfallen könnte. Insgesamt hatte ich auch ein seltsames Gefühl danach. Die Post macht mich buchstäblich zum Internetausdrucker (warum kann ich die digitale Briefmarke nicht in verschiedenen Formaten bekommen: für Etiketten oder auch als JPEG, das ich z.B. in Word einpflanze und für einen Fensterumschlag ausdrucke?), und irgendwie ist der Prozeß so umständlich und altbacken, als hätte man gerade digital ein Formular mit drei Durchschlägen ausgefüllt.

  8. Iwo Randoja

    Immer wieder interessant, dass ein im Grunde toller Kundenservice durch quasi Unanwendbarkeit zunichte gemacht wird. Ich frage mich dann immer: Wer macht das? Und wird der nicht kontrolliert? Gibt es keine „Hausfrauentests“ mit solchen Anwendungen, die ja doch ein paar Euro gekostet haben? Oder ist das egal? Oder hat man immernoch so wenig Angst vor dem Wettbewerb, dass man sich sowas einfach mal leistet? Blöd gesagt: so schwierig ist Usability eigentlich nicht, wenn man den gesunden Menschenverstand einschaltet. Da braucht es oft nur wenig „Knowhow“, wenn man sich ein bisschen in die Lage der Anwender versetzt.

    Aber halt, das ist es: Die Postler würden wahrscheinlich nie ihre eigene Anwendung nutzen, deshalb ist sie auch nicht für echte Menschen gemacht. ;o)

  9. paulinepauline Beitragsautor

    @schneewittchen jetzt konnte ich dein problem nachvollziehen … bei mir kam diese fehlermeldung nicht, weil ich als autor eingeloggt war und daher anscheinend die rechenaufgabe gar nicht ausfüllen muss.
    du hast recht, dass man auf die idee kommen kann, dort wörter statt zahlen einzutragen. darauf bin ich bisher nicht gekommen. vielen dank für den hinweis. dein „darüber motzen“ hilft mir, die kommentarfunktion hier im blog besser zu machen.

    und genau aus diesen gründen schreibe ich solche blogbeiträge. sie helfen anderen (in diesem falle die post) ihre website besser zu machen. denn in meinem blogpost sind zahlreiche expertentipps enthalten,d ie direkt umgesetzt werden könnten. warum du das sinnloses rummotzen nennst, ist mir allerdings nicht ganz klar.

    @iwo ja, diese hausfrauentests gibt es, man nennt sie usability-tests. allerdings kosten sie zeit und geld, und daran spart man im internet gerne. zum leidwesen der nutzer … aber auch zum leidwesen des eigenen umsatzes. denn usability-optimierte anwendungen erzielen wesentlich mehr umsatz.

  10. eincarsten

    Oh, gute alte Zeit.

    Zur „Verteidigung“ der Post muss man sagen, dass die leider keine Chance haben, etwas neu bauen, was nicht kompatibel mit allen der gefühlt 200 bestehenden Systeme (Mail-Factory!) ist und außerdem entlang den Prozesskonfigurationsvorgaben von Online-Projekten ist. Da ist ein Usertest oder iteratives Vorgehen eher schwer reinzubekommen.

    Und so ein Altsystem zu ändern . . .

  11. Martin

    jetzt hab ich hier einen riesen text eingetippt, das captcha vergessen, wieder zurück und der text ist weg!

  12. paulinepauline Beitragsautor

    martin, das tut mir ganz furchtbar leid! ich find das auch schrecklich, aber ich hab diese seite nicht programmiert. das ist von wordpress oder von dem captcha-plugin so doof programmiert und ich kann das nicht ändern! ich finds auch furchtbar! :(

  13. Bernd

    Ich nehem an, dass hier eben ein paar Programmierer schnell mal dafür sorgen mussten, dass online-frankieren überhaupt mal prinzipiell funktioniert im Sinn von „anbieten müssen wir es – aber eigentlich sollen die Leute Marken kaufen“.
    Ich nutze diese Formulare auch – aber eben ganz selten weil es halt wesentlich einfacher ist mal schnell eine Adresse auf den Brief zu schreiben und dann eine Marke draufzukleben.
    Und bei Päckchen kommt halt immer die Frage dazu – wie lange müsste ich am Schalter anstehen? – wen ich da glaube es wird zu lange sein dann wird halt der Weg über Internet beschritten. Ob ich damit wirklich Zeit und Nerven spare weiß ich bis heute noch nicht – es ist wirklich mühsam und nicht gerade kundenfreundlich.

  14. Kathiza

    Hallo!
    Bin gerade dabei mein Blog „wiederzubeleben“ und klicke deshalb meine Blogroll durch, wen es noch gibt und wen nicht mehr. Auch wenn dein letzter Eintrag schon eine Weile her ist, hoff ich doch, dass du das Bloggen nicht ganz aufgegeben hast.
    Bin übrigens auf deiner Seite zum ersten Mal über „Dopplr“ gestolpert. Klingt sehr interessant!
    LG,
    Kathiza

  15. paulinepauline Beitragsautor

    ich hatte schon längere pausen als 1,5 monate. ;) aber du hast recht, ich habs ein wenig schleifen lassen. :( aber ganz eingeschlafen ist es auf keinen fall! ich bin noch da! :)

  16. Ecki

    Hi Pauline,

    also wir verschicken ja auch sehr viel in alle Herren Länder – bis nach Teheran / Iran. Wir arbeiten mit der DHL zusammen – natürlich haben wir einen Business-Account. Wie auch immer bei den Auslandssendungen sind wir uns auch oft unsicher bzgl. des Addressformates. Wie Du schon schreibst steht in Frankreich die Hausnummer z.B. vor der Strasse.

    Egal, bis jetzt ist JEDES Paket im Zielland beim Empfänger angekommen. Und ich bin mir sicher, dass wir ziemlich oft gegen das korrekte Addressformat des Empfängerlandes verstoßen. Also, mach Dir keine Gedanken – Dein Päckchen kommt schon an ;-)

  17. Brigitte Müller

    Hallo,

    es ist doch besser auf dem Postamt seine Post aufzugeben, denn damit
    sicher wir diese Arbeitsplätze.

    Grüße aus Fürth
    Brigitte Müller

  18. constance

    nachdem ich doch tatsächlich bereits Anfang oktober 2009 bei private outlet bestellt habe und die Artikel nach ca 7 wochen lieferzeit dann doch nicht gefallen haben, hatte ich es gewagt, eine retoure bei private outlet zu schicken. Dafür habe ich mich für die online frankierung der deutschen Post gequält – siehe post, ähnliche probleme aber final doch erfolgreich – und warte bis heute immernoch auf mein Geld!!!!!! 100 euro – ich bezweifle, das ich die wiedersehe, immerhin ist es bereits der 8. Januar und seit Ende November wird mir die Gutschrift versprochen!!!! Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?
    Gruß aus Frankfurt

  19. paulinepauline Beitragsautor

    liebe constance,
    ich habe recht viel erfahrung mit kommentaren, die nur geschrieben werden, um die konkurrenz schlecht zu machen. ich hoffe, du liest das hier, denn ich werde diesen und deinen kommentar in ein paar tagen löschen.
    lg
    silke

  20. constance

    Hallo Silke, ich kann dir den beweis liefern, magst ein zitat der letzen email des kundenservice lesen? Jederzeit gerne, angekündigt hab ich bei private outlet, das ich meine erfahrungen öffentlich machen werde, ist doch jedermanns gutes Recht als Privatperson, auch wenn man zufällig für die konkurrenz arbeitet! Z.B. kann ich NICHTS negatives zu VP sagen, wo ich doch gerne und recht häufig shoppen gehe
    Lg
    Constance

  21. constance

    hier zum nachlesen: Versprechen nicht eingelöst! Ich bin sauer!

    Lieber Kunde,

    Wir informieren Sie, dass der Rücknahmeservice im Verzug ist. Wir werden die
    Retour Ihrer Artikeln schellsmöglich erledigen.
    Wir informieren Sie, dass der deutsche Kundenservice ab dem 23. Dezember 2009 bis
    dem 4. Januar 2010 geschlossen werden wird. Während der Schließung werden die
    Retoure und die Erstattungen erledigt werden.
    Wir wünschen Ihnen ein fröhliches Weihnachten und ein gutes neues Jahr !

    Wir wünschen Ihnen einen schönen Tag und viel Spass beim nächsten Besuch bei
    […]!“

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