Wie eine Community zu leben beginnt

Wer-kennt-wen war für mich bisher einfach nur ein Social Network das anzeigte, wen ich oder wen andere kennen. Viel mehr passierte dort nicht: hin und wieder (naja, fast täglich) bestätigt man neue Bekannte, ab und an kriegt man mal ne Mail oder es wird angezeigt, dass es einen neuen Beitrag in einer Gruppe gibt. Das dachte ich … seit ein paar Tagen gibt’s nun den Newsfeed auch bei WKW und ich wurde eines besseren belehrt. Der Feed ist hier allerdings leicht abgeändert … und zwar nicht komplett chronologisch sondern sortiert nach Art der Aktivität. Man sieht also eine lange Liste, wen die Bekannten jetzt neuerdings kennen, oder eine lange Liste neuer Blogbeiträge usw. Wie ich auch schon bei Stadtleben festgestellt habe, find ich das fast sogar besser, weil ich mir dann gezielter anschauen kann, was die anderen gerade machen.
Noch optimaler wäre eine Startseite mit klassischem (huch, man kanns tatsächlich schon „klassisch“ nennen;) Newsfeed und dann mit Filteroptionen.
So siehts also bei WKW aus:

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Wer hat also wen als neuen Kontakt hinzugefügt. Die Formulierung „XY und YZ haben sich heute kennengelernt“ ist eigentlich falsch. Denn man fügt ja Leute hinzu, die man schon kennt und auf WKW wiedertrifft. (Im Normalfall;)

Aber auch hier wird wieder nicht angezeigt, wer von den Leuten schon mein Kontakt ist und wer nicht. Klar, der erste, der mit Bild angezeigt wird, ist schon mein Kontakt. Aber beim zweiten weiß ich es vllt. nicht auswendig. Dann muss ich erst umständlich auf sein Profil gehen umd zu sehen, ob er schon mein Kontakt ist oder nicht. Ich versteh das nicht … KEIN Social Network zeigt das an. 🙁

Lustigster Kommentar zum Feed kam von meiner Freundin:

Sie: „Was soll das denn jetzt? Ich hab keinen Bock, ständig sehen zu müssen, welche Tussi meinen Ex nun schon wieder kennt.“

Ich: „Ich find das Feature klasse. Ist doch wie bei Xing oder Facebook.“

Sie: „Ja, bei Xing kann ich das ja auch noch verstehen … aber bei WKW?“

Hahaha, ich bin mir 100%ig sicher, dass sie damals bei Xing gesagt hat „Das ist ja das Gleiche wie bei Facebook. Bei Facebook kann ich es ja noch verstehen … aber bei Xing?“

Anschließend habe ich sie noch vorgewarnt, dass dieses Feature über kurz oder lang in jedem Network auftauchen wird. Daraufhin verfiel sie in ein ausführliches Gemaule, wie sehr sie doch die vielen Einladungen zu den dämlichen Facebook-Applikationen nerven. Naja … 😉

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So ne Art Twitter … scheint bei meinen Bekannten nicht sonderlich gut anzukommen, denn es gab nur einen Eintrag.

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Sehr erstaunt war ich, dass meine Bekannten so eifrig bloggen! Wobei manch einer auch das Twitter-Feature für seine Beiträge nehmen könnte. 😉

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Der Anzahl und Häufgikeit nach scheinen Gästebucheinträge die beliebteste Form der Aktivität zu sein. Man merkt also, dass die Leute doch lieber auf bekannte Dinge zurückgreifen. Aber so früh am Morgen? *wunder*

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Bei den Gruppen ist mir mal wieder aufgefallen, dass es weitaus weniger alberne „Bekenntnis-Gruppen“ gibt als bei StudiVZ. Hier scheint man mehr auf reale Gruppierungen zu setzen wie Vereine, Schulklassen, Firmen etc. (Naja, zumindest meine Bekannten)

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Fotos werden wohl auch häufiger hochgeladen als ich dachte. Lustigerweise habe ich direkt auf einem Foto eine Freundin entdeckt, die sich partout nicht bei WKW anmelden will. Begründung: „Ich krieg doch mit, wie viele alte Bekannte meinen Mann kontaktieren. Ich hab keine Lust, dann mit allen, die mich kennen, mailen zu müssen.“ Seltsame Zwangsvorstellung …

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Auch in Gruppen werden fleißig Bilder gepostet. Weniger regelmäßig, aber immerhin!

Ach ja, was ich noch vergessen habe: Man kann sich nicht nur anzeigen lassen, was die Bekannten grad treiben, sondern auch, was der Rest der Welt so macht. Dummerweise landet man bei Klick auf „Neues“ erst mal auf dem Rest der Welt „Alle bei wkw“.

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So, damit ist mir nun also zum ersten Mal aufgefallen, wie viel meine Bekannten doch auf WKW machen … WKW erscheint bei mir plötzlich als ziemlich aktives Portal. Vorher wars irgendwie ziemlich leise dadrin. Man sieht also mal wieder, wie überaus sinnvoll ein Newsfeed ist. Mit keinem anderen Feature hab ich mich länger auf der Seite aufgehalten und mehr kommentiert als mit dieser neuen Einrichtung. Naja, die Sinnhaftigkeit eines Newsfeeds ist ja eigentlich nix neues, aber hier ist es mir halt mal so richtig deutlich aufgefallen.

Amazons Warenkorb-Button

amazon_uralt_warenkorbbutton.jpgBrian Eisenberg zeigt in seinem Blogbeitrag Hidden Secrets of the Amazon Shopping Cart die Entwicklung der kleinen blauen Box, in der sich bei Amazon der Warenkorb-Button befindet. Er hat über Jahre hinweg immer mal wieder Screenshots gemacht und geht jetzt ausführlich auf die Veränderungen ein. Bei dem Beitrag sollte man nicht nur Bilder gucken, sondern ihn wirklich aufmerksam lesen. Er zeigt nämlich sehr schön, wie Amazon ausprobiert, testet, anpasst, neues hinzufügt, testet und wieder anpasst.

Als kleines Goodie hat er auch noch einen Uralt-Screenshot, der dem jetzigen Amazon in keinster Weise ähnlich sieht. 😉 Der scheint noch älter zu sein, das den, den ich mal vor einiger Zeit in einem anderen Blog gefunden hatte.

(via Get Elastic)

So, eigentlich wollte ich nur auf diesen Blogbeitrag verweisen, aber dann ist mir beim Surfen auf Amazon.com aufgefallen, wie viele Variationen es von der blauen Box mit dem Warenkrob-Button gibt – je nach Produkt – dass ich die einfach mal gesammelt habe:

amazon_bild-19.jpg Die Standard-Box: Einfach nur der Button plus die Möglichkeit, die Menge auszuwählen. Laut Brian Eisenberg gibt’s dieses Dropdown übrigens erst seit kurzem. Vorher konnte man lediglich anschließend im Warenkorb die Menge anpassen.
Gesehen bei: The First Years True Fit Convertible Car Seats Cappuccino
amazon_bild-22.jpg Zusätzlich werden hier noch weitere, ähnliche Artikel aufgelistet. Wann und bei welchen Produkten genau das noch mit angezeigt wird, habe ich nicht rausfinden können.
Gesehen bei: Black & Decker VEC010BD Start It 300 Amp Jump Starter
amazon_bild-26.jpg Klamotten und Schuhe haben den Zusatz, dass man doch Farbe und Größe auswählen soll.
Gesehen bei: crocs Beach Clog
amazon_bild-25.jpg Ist der Artikel noch nicht verfügbar, kann man ihn vorbestellen. Man beachte hierbei die Farbe des Buttons. Garrett Dimon hat zur Visual Language einen schönen Beitrag geschrieben mit den Amazon-Buttons als Beispiel.
Gesehen bei: Sense & Sensibility (with Miss Austen Regrets)
amazon_bild-21.jpg Bei Lebensmitteln kann man neuerdings einstellen, ob man das Produkt regelmäßig automatisch bestellen möchte. Vor kurzem habe ich gerade darüber einen Blogbeitrage gelesen, kann ihn aber nicht mehr finden. Vielleicht war es der hier von Downloadsquad
Gesehen bei: Jell-O Cook & Serve Pudding & Pie Filling, Chocolate, 3.4-Ounce Boxes (Pack of 24)
amazon_bild-28.jpg Bei Handys muss man in den USA immer erst den Zip-Code eingeben, weil die Mobilfunkanbieter überall verfügbar sind. Der nächste Schritt, die Tarifauswahl, findet dann auch in dieser Box statt. Eigentlich ist das hier auch kein Warenkorb-Button, weil der Prozess noch weiter geht.
Gesehen bei: Sony Ericsson W580i Gray Phone (AT&T)
amazon_bild-29.jpg Schritt zwei der Handy- und Tarif-Auswahl. Auch hier noch kein Warenkorb-Button, denn dann kommen noch die Optionen und noch Zubehör. Und dann werden in der blauen Box alle ausgewählten Einzelheiten aufgelistet.
amazon_bild-32.jpg Erfolgt der Verkauf nicht über Amazon sondern über einen Partner, wird der Partner über dem Warenkorb-Button genannt.
Gesehen bei: TKO Exercise Stretch Cords (Light)
amazon_bild-27.jpg Bei Musik gibts natürlich noch den Zusatz, das Album als MP3 downzuloaden. Lustigerweise kann man diese CD auch gegen Pepsi-Points eintauschen. Dafür muss man sich bei PepsiStuff auf Amazon registrieren. Das habe ich mir jetzt nicht genauer angeschaut.
Gesehen bei: As I Am [ENHANCED]
amazon_bild-33.jpg Bei MP3-Downloads bricht Amazon mal aus der blauen Farbe aus: Die Box wird grün!
Gesehen bei: Discipline
amazon_bild-34.jpg Bei „Amazon Shorts“ (Kurzgeschichten?) bin ich auf eine noch alte Variante der Warenkorb-Box gestoßen. Hier gibt es nur einen Download-Button.
Gesehen bei: The First Deadly Sin, an Amazon Short

Weiter hab ich dann nicht mehr gesucht … hatte dann irgendwann keine Lust mehr. 😉

Wie man sieht, tut’s ein Standard-Shop nicht, wenn die Produktpalette nur unterschiedlich genug ist.

Hach je … Amazon … habe gerade mal im Google-Reader nach Amazon gesucht und festgestellt, dass man mit Features auf Amazon einen ganzen Blog füllen kann …

A propos Testing: Thorsten hat grad entdeckt, dass Amazon im Moment hier in Deutschland das neue Design testet. Internet Expolore-Nutzer sehen es schon, während im Firefox noch das alte erscheint.

Und weil er so interessant ist, hier nochmal den Link zum Beitrag Creating a Visual Language von Garrett Dimon.

Mit Videos die Idee der Website erläutern

Nachdem ich ja vor kurzem schon einige Screencasts gezeigt hatte, mit denen man prima die Bedienung einer Website verdeutlichen kann, gibt’s heute mal Videos, die die Idee bzw. das Konzept einer Website erläutern.

Nachdem mir nun gestern bei vente-privee ein nett gemachter Film aufgefallen ist und wir das Thema auch letztens schon in der Agentur hatten, dachte ich mir, ich könnte ja mal einen Blogbeitrag draus machen. 😉

Hier also vente-privee, die einen realen Film mit Animationen aufpeppen … manchmal etwas quietschig, aber ansonsten sehr schön gemacht! Mal tanzt ein Sparschwein durchs Bild, E-Mails kommen angeflogen oder die Dame liegt plötzlich am Strand statt aufm Sofa.
Leider ist das Video nur auf der Website und nicht auf den Video-Portalen zu finden.

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Luupo erläutert die Notwendigkeit, sich eine neue Kaffeemaschine kaufen zu müssen zusammen mit den beiden Kauf-Prinzipien von Luupo.de im Sendung-mit-der-Maus-Stil. Lustig gemacht, wenn man mal von der Frisur des Hauptdarstellers (sowohl auf dem Kopf als auch auf der Brust) absieht. 😉

Hier also „Willi und der Kaffeevollautomat by LUUPO“

Nun noch ein etwas älteres Modell, über das ich vor über einem Jahr einen meiner ersten Blogbeiträge geschrieben hatte: Das Etsy-Filmchen, das auch viral ein ziemlicher Erfolg war: Einfach nur putzig gemacht, zeigt es, was man auf Etsy so alles verkaufen kann.

Kurze Frage: Wieso funktionieren die Ampeln in Etsyland andersrum? Also grün unten und rot oben?

Gimahhot hat das Konzept der Shopping-Seite auch in eine Story verpackt, bei der so einiges zu Bruch geht … erst explodiert ein Fernseher (naja, er qualmt;) und dann wird ein unschuldiges Sparschweinchen brutal zertrümmert. Für den Fernseher wird dann natürlich auf Gimahhot für Ersatz gesorgt …

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Sind Screencasts und diese Konzept-Videos die neuen Guided Touren (oder Tours?)? Denn ne Guided Tour hab ich schon ziemlich lange nicht mehr gesehen. Nee, quatsch, war gelogen … grad heute auf schwarzekarte ist mir eine über den Weg gelaufen … aber wirklich spannend fand ich die nicht.

Mein portables Profil

Da liest man alle 3 Meter was von Dataportability und Identity2.0 … aber bis das mal richtig in die Gänge kommt, hab ich mir mal ein Profil eingerichtet, das ich überall mit hin nehmen kann: Ein Profil-Aggregations-Widget! 😉


Ändert sich jetzt also mein Lieblings-Essen von Pfannkuchen in Spagetti, dann muss ich das nur einmal bei mEgo ändern und schwupps erscheints bei Myspace, Friendster, Facebook, Orkut, Tagged, Hi5, Netvibes, Multiply und wie sie alle heißen.

Figur, Hintergrund, Farben, Animation … all das kann man aus einer Fülle an Vorlagen (von häßlich bis gräßlich mit einigen ganz netten) aussuchen – wobei ich noch die dezenteren gewählt habe 😉 – oder aber eigenen Bilder hochladen. Anschließend gibts dann diverse Fragen zu zu Vorlieben oder Einstellungen zu beantworten und man kann Umfragen zuschalten (die man aber leider nicht bearbeiten kann) Feeds kann man natürlich einfügen: Flickr, Last.fm und so weiter … die Klassiker eben. Nur mein Blog-Feed wollte er nicht nehmen. 🙁

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Nun denn … eine lustige Spielerei würd ich mal sagen (hat was von Rockyou), aber immerhin schön umgesetzt! Und wie Fred Cavazza schon sagt: “Agrégation ego-sociale” ist gerade in! 😉 Und die Kids werden diese Form der Aggregation lieben. Ach ja, Besucher meines Profils können auch was reinschreiben, wenn sie wollen.

Hier gibts auch ein (manchmal lustiges) Video von einer Präsentation der beiden Gründerinnen. Dort erfährt man auch am Ende, dass es demnächst auch eine seriöse Variante gibt, in die man sein mEgo umschalten kann, wenn man sich beispielsweise irgendwo bewirbt *?* und es wird auch eine Mobile-Version geben.

via Fred Cavazza