Endlich ist der Newsfeed auch bei Xing angekommen!

Hahaha, war klar dass sich wieder alle viele aufregen! Ich hab ja nur drauf gewartet!
Xing hat nun auch den von Facebook erfundenen Newsfeed eingeführt und die Welt ist erschrocken darüber und moniert das Ende der Privatsphäre. Allerdings muss man dazusagen, dass die Reaktion in den Xing-Foren doch durchaus sehr gemischt ist!

xingnewsfeed1.jpg

Ich frag mich bei der Meckerei nur warum … all die Infos gab es doch vorher auch schon, nur waren sie eben versteckter und mussten alle separat aufgerufen werden (z.B. über die Powersuche). Nun sind sie wunderbar übersichtlich und live zu sehen.
Jetzt wird es solche Unterhaltungen nicht mehr geben:
– Wusste gar nicht, dass du nen neuen Job hast.
– Ach, das steht doch schon seit Wochen auf Xing.
– Ach so, naja, aber ich klick ja nicht jeden Tag alle Profile meiner Kontakte durch.

Außerdem sieht man dadurch, welche Events meine Kontakte besuchen … die sind dann vielleicht auch für mich interessant. Oder die Leute, die meine Kontakte als neue Kontakte hinzufügen, die könnte ich ja auch kennen! Ach … wem erkläre ich das … 😉

Was ich mir für einen solchen Feed wünsche:

Was mir hier genauso fehlt wie auch bei Facebook und allen anderen Newsfeeds, die ich in letzter Zeit so gesehen habe: Wenn einer meiner Kontakte einen neuen Kontakt hinzufügt, und ich den auch kenne, sehe ich nicht, ob ich diesen Jemand schon als Kontakt habe! Die eigenen Kontakte sollten gekennzeichnet werden, damit man nicht immer aufs Profil klicken muss um zu sehen, ob man den schon in seiner Panini-„Sammlung“ hat!

Außerdem würde ich gerne meinen eignen Feed sehen können, so wie bei Facebook. So dass ich eventuell doch mal nachträglich was rauslöschen kann. 🙂

Interessant fand ich auch Marcos Anmerkung, dass Änderungen unter Interessen für Spam 2.0 genutzt werden können. Stimme ihm zu!

Ansonsten mag ich das Feature! Klar 😉 Toll finde ich übrigens das RSS-Abo!

Optimierungspotenzial vorhanden?

Ich frag mich nur, ob Xing das Feature nun im Voraus nicht ausreichend kommuniziert hat, oder ob die Leute einfach zu faul sind, sich die Sache mal genauer anzuschauen. 😉 Im Zweifel hat immer die Website (der Betreiber) was falsch gemacht und nicht der User! Aber manchmal hab ich an dieser Usability-Regel so meine Zweifel … schließlich kann man in den Kommentaren bei Cem lesen, dass viele Leute, die sich über die Nicht-Info beschweren, den Newsletter nicht richtig gelesen haben.

Auch hatte ich mich gefragt, ob es vielleicht besser gewesen wäre, wenn xing erstmal alles aus dem Feed auf privat gesetzt hätte … nur, dann wären die Dinger ja alle leer gewesen und man hätte sich darüber wieder gewundert und das Feature wäre nicht zum Tragen gekommen. 😉

Wie ist das eigentlich bei Leuten, die ihre Kontakte sowieso nicht anzeigen? War bei denen die Option „Kontaktbestätigungen“ schon automatisch ausgeschaltet? Weiß das zufällig jemand?

Vielleicht muss man die Leute nur noch deutlicher drauf stoßen, nach dem Motto: Hier gibt’s ein neues Feature … gehe jetzt auf Xing und schalte es frei, ansonsten explodiert dein Profil! Es könnte es ja auch als Lightbox umsetzen, die man wegklicken muss, wenn man nach Einführung des Features zum ersten Mal Xing aufruft. Vorher kann ja auch nix im Feed erscheinen.

Was ich allerdings ein wenig suboptimal finde ist die Tatsache, dass man zwar in der Box über den Link „bearbeiten“ einstellen kann, was man von anderen sehen möchte, der Weg zu den privaten Einstellungen für das, was man von sich zeigen will, über den Link „Info“ und dann erst über den Link „Einstellungen zur Privatsphäre“ führt. Das sollte doch viel prominenter und direkter erreichbar sein!

Sehr spaßig finde ich allerdings Änderungen im Feld „Interessen“. Führt zu lustigen Späßen! 😉

Aber generell kann man immer wieder sagen, dass man aus dem Facebook-Massaker nur lernen kann! 🙂

11 Antworten auf „Endlich ist der Newsfeed auch bei Xing angekommen!“

  1. Ich weiß, jetzt komm wieder ich. Ich hab alle meine Änderungen für andere deaktiviert, guck aber selber gerne was sich bei den anderen ändert. Irgendwie ist das neue Tool ein schreckliches Spannertool! Aber es hat auch irgendwie bei solch einer Community gefehlt. Schöner Bericht und wieder mal zu wenig kritisch was den Datenschutz angeht. 😉

  2. wieso denn zu wenig kritisch? hab doch gesagt, dass link zu den einstellungen für die privatsphäre zu klein ist! ansonsten werden ja keine neuen daten erfasst oder angezeigt. sie werden nur neu aufbereitet. und ich finde, die vorteile überwiegen!

    aber vielleicht hast du recht … allerdings geht mir diese deutsche datenschutz-hysterie auf den keks, während gleichzeitig keiner ein problem mit vorratsdatenspeicherung hat! 🙂

  3. Ich seh das etwas anders. Es würde erhebliche Mühe bereiten ohne das Feature zu sehen wer wen als neuen Kontakt gerade bestätigt hat. Das ist gerade im Business-Umfeld aber ziemlich relevant. Wenn etwa Mitarbeiter von Unterhmen x Kontakt zur Personalabteilung von Konkurrenzunternehmen y aufnehmen, dann muss dass der Chef von Unternehmen x nicht direkt in seinem RSS-Feed sehen meiner Meinung nach 🙂

    Ich finde es sehr interessant, was sich in meiner ehemaligen Firma zur Zeit abspielt, was man anhand des Xing-Feeds gut verfolgen kann (Geschäftskontakte, Mitarbeiteraktivität, Bewerber-Auswahl). Als Konkurrenzfirma ist das eine nicht unerhebliche Wissensaggregation.

    Ich habe bei mir auch fast alles abgestellt über die privaten Einstellungen. Ich danke Xing, dass sie das ganze per Default aktivieren, da ich sonst nicht in den Genuss der Informationen käme, die ansonsten schwer zugänglich und ganz gewiss nicht zum Rumposaunen gedacht waren. 🙂

    Rocco

  4. Man kann sich sicherlich streiten darüber, ob das Tool sinnvoll ist. Manchen erspart es die lange Suche nach bestimmten Kontakten zweiten Grades, zu denen sie einen Kontakt wünschen, andere gucken nur.

    Was ich nicht verstehe ist die Aufregung. Die XING Profile sind völlig offen gehalten, werden per Suchmaschine gescant Man will ja gerade eine offene Plattform, gefunden werden unter den verschiedensten Aspekten – da ist eine offene Form notwendig. Wer sich nicht bloß stellen will, der darf da nicht hingehen. Was man im normalen Leben verweigert – von wegen Datenschutz – macht man auf den Plattformen freiwillig. Vielleicht gehört das zur Schizophrenie der Zeit, wer weiß. Sich aber am Ende zu beschweren, daß man der gläserne Nutzer ist, nachdem man alles eingegeben hat, das verstehe ich nicht, liegt aber auch im Trend der Zeit. Man bedenke nur die Leute, die sich eine Punkte-Kundenkarte geben lassen und sich letztendlich darüber beschweren, daß ihr Einkaufsverhalten als nunmehr gläserner Kunde nachvollziehbar ist.

  5. @pauline: Die beiden nach uns geschriebenen Kommentare zeigen ziemlich genau die beiden wichtigsten kontroversen Meinungen dazu. Der eine sieht die Gefahr, der man als Nutzer ausgesetzt ist, der andere sagt, dass man selbst schuld ist, wenn man eine solche Plattform nutzt.

    @.jung: Das ist man aber gerade nicht. man kann solche Plattformen auch nutzen ohne gläsern zu werden. keine Google Indizierung zulassen und alles deaktivieren. XING bietet es gottseidank und gehört daher auch noch zu meinen genutzten Plattformen. Kein Mensch würde einen Mobilfunkanbieter wählen, der die Telefonrechnungen der Nutzer offen auf der Seite zum Download anbietet. So hat es, wenn man es nicht will, auch keinen zu interessieren, mit wem ich kommuniziere.

    Das network Tool bietet ja jetzt erst Optionen die man vorher nur schwer hätte sehen können. Mir wären Kontakte von Kollegen oder Ex-Kollegen zu Personalagenturen nie aufgefallen. Wenn jetzt solche Änderungen in den Profilen passieren, kann man sich seinen teil denken. ;o)

  6. @rocco: zum glück sind wir mündige bürger 😉 wer nicht will, dass man den kontakt zur personalabteilung der konkurrenz sehen soll, der sollte sich mal ganz genau überlegen, ob er den kontakt überhaupt hinzufügt! denn selbst wenn der kontakt nicht im feed sondern nur in den kontakten auftaucht, kann das auffallen! dafür ist die welt doch so nett klein 😉 man kann den kontakt ja auch nur „merken“.

    aber da man ja alles abschalten kann, versteh ich die diskussion nicht. 🙂

    wenn man selbst mit headhuntern verknüpft ist, hat man übrigens schon die ganze zeit wunderbar übersichtlich gesehen, wer der eigenen kontakte die jungs kennt! 😉 schließlich gibts ja die anzeige der verbindungspfade ….

    mich wundert viel mehr, warum sich niemand beschwert, dass er seine kontakte verbirgt, diese aber über die verbindungspfade zwischen den leuten aber weiterhin wunderbar ersichtlich sind!

  7. Zu dem Thema „Das konnte man auch früher schon rausfinden“: Es besteht IMO immer ein Unterschied darin, wie einfach man Informationen zugänglich macht. Sonst würden DRM- und Passwortschutz-Systeme alle nicht funktionieren…
    Mit so einem Feed visualisiert XING zwar wirklich nur Daten, die man schon vorher erfahren konnte, macht das aber jetzt für alle sichtbar und bereitete es sehr präzise auf. Das ist der Unterschied.

    Und was sagt uns das? — In meinem Blogbeitrag dazu habe ich geschrieben:

    Es gehört sicher auch ein bisschen Weiterbildung der eigenen Nutzer dazu, ein Socialnetwork wie XING zu betreiben. Und wir als Nutzer müssen nun mal verstehen, dass diese Daten da sind und auch visualisiert werden können. Wenn wir das nicht wollen, dürfen wir sie nicht eintragen oder müssen es ausschalten.

    Bedeutet für mich: Ich finde diese Form der Visualisierung gut. Sie tut zwar dem ein oder anderen weh, aber besser er weiß, was möglich ist, als dass er im Dunkeln tappt…

  8. natürlich hast du recht, tobias. diese bemerkung von mir bezog sich ja auch auf die leute, die sich wundern, was alles protokolliert wird und nun die datenschutz-fahne hochhalten. bei cem in den kommentaren war das ein heißes thema. und genau damit meine ich eben auch, dass der ein oder andere eben bei weitem keine ahnung hat, was alles gespeichert wird und wie es genutzt wird. anders kann ich mir das gejammer nicht erklären.

    mittlerweile habe ich aber auch rausgefunden, dass im feed auch neue kontakte von leuten angezeigt werden, die ihre kontakte im profil verbergen. und das finde ich nicht ok, so toll ich das feature auch mag.

    ich find den feed mittlerweile so spannend, dass ich am liebsten sowas wie snitter hätte, um ihn live mitzuverfolgen 😀

  9. Der Beitrag ist m.N. nach zu wenig kritisch. Natürlich machen die Funktionen Spaß, weil sie den Voyeurismus bedienen. Es hat immer schon Menschen Spaß gemacht, in den Schränken der anderen zu stöbern. Und ein bißchen gehört das in Communities ja auch dazu. Ich würde aber nicht so extrem urteilen wie paulinepauline, dass man dann doch gleich zu Hause bleiben soll.

    Niemand sollte einfach so entblößt werden. Eine so weitreichend Funktion nur über Opt-out einzuführen, ist ein extrem agressives Vorgehen von XING. Die Reaktionen sind nur allzu verständlich.

  10. für ein neues feature wäre das allerdings ein ziemlich unsinniges vorgehen, da es dann niemand angeschaltet hätte. dann hätte man sich die entwicklung auch sparen können. dann doch lieber ein bissl kritik einplanen.
    außerdem habe ich nicht gesagt, dass man „zu hause bleiben soll“. welchen beitrag hast du denn gelesen? den da oben anscheinend nicht.
    im übrigen sehe ich das feature nicht als spaß, sondern als sehr praktische einrichtung. man muss ein social network nur mal richtig ausgiebig nutzen, um den vorteil zu erkennen. wer nur oberflächlich drauf schaut, sieht eben nicht alles.

  11. Sorry, Du weisst, daß ich wirklich ein großer Fan von Deinem Blog bin. Aber das, was XING hier macht ist kein Spaß, sondern eine Entblößung seiner Mitglieder. Für eine Business-Community, in der Diskretion Ehrensache ist (hier passt das wirklich), sollte man einfach vorsichtiger vorgehen. Natürlich hat die Funktion mehr Erfolg, wenn sofort alle Mitglieder getrackt werden (also Opt-out). Daher denke ich auch, dass der Verzicht auf Opt-In klar kalkuliert war. Ich habe aber den Eindruck, dass der Wettbewerb zwischen den Networks mittlerweile alle Schamgrenzen beiseite schiebt.

    Das Feature halte ich konzeptionell übrigens auch für sehr gelungen. Derartige Funktionen bringen erst die Netzwerkeffekte zustande, die Kommunikation so aufregend machen. Auf deutsch: wenn niemand auf der Party ist oder man nicht sieht, was die anderen tun, kommt kein Spaß auf… Aber ich halte das Vorgehen von XING datenschutzrechtlich (evtl. sogar strafrechtlich) für fragwürdig, PR-technisch für komplett falsch und aus Sicht des Marketings ebenfalls extrem falsch, da den Mitgliedern gezeigt wird, dass XING mit den Daten nicht diskret umgeht (was im Business-Umfeld tödlich sein kann). Wir werden sehen. Vielleicht kommen sie damit durch. Man gewöhnt sich ja an viele Zumutungen …

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