Schon seit langem (um nicht zu sagen: seit Jahren) will ich einen Blogbeitrag über Jimdo schreiben. Weil Jimdo einfach toll ist! Und zwar so richtig toll! Und jetzt bringen die Jungs auch noch ein E-Commerce-Modul raus, da wird der Beitrag endlich mal fällig! ;-)
Mit Jimdo kann man sich wunderbar einfach eine Website erstellen – und zwar komplett ohne Fachkenntnisse, weil das Baukastenprinzip so easy und intuitiv aufgebaut ist, dass wirklich jeder damit zurecht kommen muss. Nun mag man meinen, dass Websites in Zeiten nach Web 2.0 doch längst out und durch Blogs oder Facebook-Fanpages ersetzt sein müssten. Aber eine ordentliche Website, auf der man alle Freiheiten hat, ist als Basis doch oft unerlässlich. Zum Beispiel für Musikbands, für Fanclubs, für Ärzte oder Heilpraktiker, fürs Hobby oder wen auch immer. Und hier liegt auch noch zusätzlich eine Besonderheit von Jimdo, denn man kann alle Aktivitäten und Inhalte von den typischen Web 2.0-Plattformen wie Flickr, Twitter etc. ganz einfach in die Jimdo-Website reinlaufen lassen. Ein Blog ist auch integriert und nun seit ein paar Tagen auch noch ein eigener Shop! Ein Shop für Jedermann sozusagen.
Das Ganze funktioniert nach dem Freemium-Prinzip: Die einfache Website mit ein klein wenig Jimdo-Werbung ist kostenlos, ohne die Werbung und mit eigener URL kostet es dann ein bisschen was. Bestimmte Shop-Funktionen haben noch mal ein eigenes Preismodell und ein klein wenig Umsatzprovision wird ab Sommer auch anfallen.
Eine Website erstellen
Man loggt sich auf seiner Jimdo-Seite über einen Link unten rechts ein und sieht dann während der gesamten Bastel-Phase die Website im Hintergrund. Oben drauf liegt am rechten Bildschirmrand ein Layer mit den Werkzeugen.
Hier kann man aus einer großen Menge Designs und Raster wählen, Farben und Schriften anpassen, den Header selbst gestalten und auch sonst noch wirklich alles von Suchmaschinen-Infos bis zum Favicon einstellen. Was ich besonders mag sind die Feinheiten, wie die Optionen hier angeboten werden: In den Designs, die zur Auswahl stehen, sind die vorher gewählten Farben und der Header bereits zu sehen! Über CSS kann man aber auch sonst noch beliebig am Design rumschrauben.
Eine ausführliche Statistik gibt’s auch und man kann sogar auch Betreiber von anderen Jimdo-Websites als Freunde hinzufügen und sich auch Nachrichten schreiben.
Um jetzt eine Seite zu befüllen, klickt man auf der Website auf ein Inhaltsmodul, dann erscheint ein Layer mit einem + für ein neues Inhaltsmodul, eine Tonne zum Löschen des Moduls und zwei Pfeile zum verschieben. So kann man an jede Stelle neue Inhalte einfügen. Zur Verfügung stehen eine ganze Menge vorgefertigter Module wie Text mit Bild, Tabelle, Bildergalerie, Formular, Youtube-Videos, Delicious-Links, Widgets, RSS-Feeds, Google-Maps, Musikplayer und vieles mehr.
Aber jetzt mal zum eigentlichen Thema:
Einen Shop erstellen
Auf den ersten Blick ein wenig ungewohnt, dann aber doch Jimdo-typisch, funktioniert das Einrichten des Shops. Man fügt einfach das Inhaltsmodul “Shop-Produkt” in eine Seite und schwups hat man quasi eine Produktdetailseite, wie man sie aus den klassischen Online-Shops kennt. Produktname, Bild, Beschreibung, Preis und Produktvarianten (Farben oder Größen) stellt man hier direkt ein.

Anschließend kann man dann auf die gleiche Art und Weise eine Produktübersicht erstellen: Einfach das Modul “Produktübersicht” in eine Seite einfügen, alle angelegten Produkte werden dann automatisch angezeigt. Eine Einschränkung kann man über Tags einrichten. Hat man die Produkte entsprechend getaggt, kann man hiermit also diverse Kategorien einrichten und auf verschiedene Seiten verteilen.

Fertig eingerichtet sieht das dann in meinem Fall so aus: paulinepauline.jimdo.com
Links die Produktliste als Listenansicht (auch eine Galeriedarstellung ist möglich) und rechts die Detailseite, auf der ich darunter eine Kommentarfunktion eingebaut habe. Mehrere Bilder kann man auch hochladen, den Superzoom gibt’s automatisch dazu.
Auf der Startseite habe ich einen Teaser zu einem Produkt eingebaut. Diesen Teaser habe ich als “Produktübersicht” angelegt, die nur Produkte mit dem Tag “Teaser” anzeigt. So könnte man z.B. sehr einfach das auf der Startseite angezeigt Produkt ändern, indem man immer dem gewünschten Produkt das Tag “Teaser” verpasst.
Um aus dieser Produktdarstellung einen funktionalen Shop zu machen, benötigt es aber noch einen Warenkorb, einen Checkout und natürlich auch Zahlungsmöglichkeiten und Versandoptionen. Und hier hat Jimdo super Arbeit geleistet! Warenkorb und Checkout sind einwandfrei aufgebaut und mit allen Standardfunktionen ausgestattet, die ein Shop heutzutage bieten muss. Als Zahlungsmöglichkeiten gibt’s Paypal für die kostenlos-Accounts und Vorauszahlung, Bar, auf Rechnung, bei Abholung oder Lieferung für die kostenpflichtigen Accounts.
Hat man ein Produkt in den Warenkorb gelegt, erscheint eine kleine Warenkorb-Box am linken Bildschirm. Die kleine Box sieht man hier im Bild links, daneben die eigentliche Warenkorb-Seite.
Weiterhin kann der Shopbetreiber Versandoptionen für Standard und International einstellen, es gibt eine Versandkosten-Obergrenze, eine Bestellwertgrenze für kostenfreien Versand sowie individuelle Kosten für einzelne Artikel. Man kann wählen, ob man die Preise mit oder ohne Mehrwertsteuer ausweist. Und sogar die Texte für die Bestellbestätigung und automatisch generierte E-Mails sind bereits vorgefertigt und können angepasst werden. Auf eventuell benötigte AGB und Hinweise zu Datenschutz und Widerrufsrecht wird hingewiesen, Texthilfen gibt’s hier aber leider nicht. (man muss ja auch mal was kritisieren;)
Dazu kommt, dass bei einer Bestellung nicht einfach nur eine E-Mail an den Shopbetreiber generiert wird, wie das selbst bei so einigen professionell betriebenen Shops der Fall ist, nein, es gibt auch noch eine Bestellverwaltung, in der alle Bestellungen aufgelistet sind und als bezahlt, verschickt etc. markiert werden können.
Wenn man sich ein bisschen Zeit nimmt und sich ein paar schlaue Gedanken macht, kann man aus den Bordmitteln einen wunderhübschen Shop zusammen bauen, ohne auch nur ein bisschen Programmieren zu müssen. Was dabei rauskommen kann, sieht man beispielsweise hier: bobsmade.com oder patradesign.com oder pictoo.info.
Also … ich bin total begeistert und überlege schon seit Tagen, was ich nun tatsächlich verkaufen könnte! :-)
Vor kurzem hatte ich ja hier auf eine Umfrage zum Thema Liveshopping von Aaron hingewiesen … an der wir dann alle so nett teilgenommen haben. ;) Jetzt hat er mir gestern die Ergebnisse gemailt, die ich Euch natürlich nicht vorenthalten möchte:
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Im Rahmen der Magisterarbeit von Aaron Gilljohann zum Thema „Social Shopping“ am Institut für Kommunikationswissenschaften der Uni Münster, betreut von Prof. Dr. Christoph Neuberger, wurde vom 24.11.-22.12.2008 eine Befragung durchgeführt. Den Online-Fragebogen zum Thema Liveshopping haben 173 Teilnehmer vollständig ausgefüllt.
Die Teilnehmer der Befragung (im Folgenden: Liveshopper genannt) waren durchschnittlich 29 Jahre alt, lediglich 17 % waren älter als 35. Lediglich 22 % der Liveshopper waren Frauen, 78% Männer.
Die Liveshopper sind also überwiegend männlich und größtenteils jünger als 35 Jahre. Das Haushaltsnettoeinkommen entspricht etwa dem bundesweiten Durchschnitt. Außerdem sind Liveshopper weit überdurchschnittlich oft und viel online. Sehr viele Liveshopper kaufen mehrmals pro Monat online ein. Außerdem sind Liveshopper überdurchschnittlich aktiv in der Community, sowohl beim Kommentieren als auch beim Lesen anderer Kommentare. Die Kommentare anderer Nutzer nutzen die Liveshopper, um sich zu unterhalten, vor allem aber für Produktinformationen. Außerdem vergleichen die meisten Liveshopper die Preise der Produkte vor einem Kauf im Internet und lesen z.T. noch Testberichte. Damit kann man – trotz Zeitdrucks und Countdownzählern – wohl nur bedingt von Impulskäufen sprechen. Die mit Abstand bekanntesten Liveshops sind guut.de und preisbock.de.
Ergebnisse in der Übersicht:
• Internetnutzung: 6,77 Tage/Woche, durchschnittlich 6,73 Stunden/Tag
• 98% sind an mind. 5 Tagen/Woche online
• 56% hatten im Jahr 2000 schon online eingekauft
• 80% haben bis 2002 online eingekauft
(Beides spricht für große Erfahrung im E-Commerce)
• 80% der Liveshopper kaufen mind. 1 Mal pro Monat online ein
• Die Hälfte der Liveshopper besucht täglich mind. 1 Liveshop
• Ein weiteres Viertel besucht mehrmals pro Woche mind. 1 Liveshop
• 25% der Liveshopper besuchen zum Zeitpunkt des Erscheinens des neuen Produkts den Liveshop
• 63% haben schon mal in einem Liveshop bestellt
• 39% dieser Käufer haben schon einmal einen Kauf bereut, die meisten davon wegen schlechter Produktqualität und unnützer Produkte
• 56% der Befragten, die noch nie in einem Liveshop eingekauft hatten, haben bisher einfach noch nicht das passende Produkt gefunden
• 45% haben bereits einen Kommentar verfasst
Bekanntheit der Liveshops:
• guut.de 81,1%
• preisbock.de 86,2%
• alternate.de (ZackZack) 66,7%
• iBood.de 63,5%
• myby.de 67,9%
• eltronics.de 36,5%
• smileandbuy.de 35,8%
• schnellig.de 35,2%
• live-shopping-24.de 38,4%
• Keinen dieser Anbieter 12,0%
Motive fürs Liveshopping:
• die günstigen Preise: 85,0%
• die Übersichtlichkeit: 21,4%
• die Spannung / Aufregung (Warten auf das neue Angebot, Überraschungspakete): 42,8%
• das Gemeinschaftsgefühl in der Community: 14,5%
• die lustigen Texte / die originelle Aufmachung: 30,1%
• die Kommentare anderer Nutzer: 32,9%
• die Möglichkeit, selbst zu kommentieren: 18,5%
• die Offenheit / Authentizität der Anbieter: 17,9%
• die ausführlichen Produktbeschreibungen: 16,8%
• der Podcast / der Blog / das Forum: 12,1%
• die nützlichen Produkte: 27,7%
• Sonstiges: 7,5%
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Hm, also bei einer Internetnutzung von 6,77 Tage/Woche und durchschnittlich 6,73 Stunden/Tag sind wir hier doch schon bei den Heavy-Usern angekommen, oder? Haben jetzt nur Heavy-User bei der Umfrage mitgemacht, oder kaufen nur diese Menschen beim Liveshopping ein? Ist im Liveshopping noch viel Potential vorhanden, weil bisher nur Heavy-User erreicht wurden? Oder wird man mit diesem Modell Gelegenheits-User nie erreichen?
Bei der Motivation finde ich es interessant, dass neben dem Preis wirklich der Fun-Faktor und die Spannung eine große Rolle spielen (lustige Texte / originelle Aufmachung, Spannung).
@Aaron: Vielen lieben Dank für die Ergebnisse!





