Warum immer nur wir und nie die Anderen? (Es geht um den „sichtbaren Bereich“)

Wir, das sind in diesem Falle „Webmacher“ im weiteren Sinne, also alle, die professionell Websites konzipieren, designen, flashen, programmieren etc. Und die Anderen … das sind heute mal die Zeitungsmacher.

Wir, also wir Webmacher, kriegen so oft zu hören, dass doch dies und jenes und auch noch das da alles im „sichtbaren Bereich“ sein soll. Also über dem Falz, dem Fold, der Safety oder wie man es nennen mag. Mal davon abgesehen, dass es diesen einen „sichtbaren Bereich“ ja gar nicht gibt, sind Websites, die man nicht scrollen muss, schon seit den 90ern out. Aber all das interessiert ja bekanntlich viele Menschen nicht, und sie fordern von uns Webdesignern, dass alles (und wenn, dann auch wirklich ALLES) im sichtbaren Bereich sein muss.

Deshalb fordere ich heute auch mal, dass ich alles (in Großbuchstaben: ALLES) im sichtbaren Bereich haben will! Und zwar bei der Zeitung meiner Wahl, der FAS, stellvertretend für alle Zeitungen! Also: Bitte alle Teile eines Artikels entweder über den Falz oder gerne auch unter den Falz, aber bitten nicht hier ein bisschen und dort ein bisschen.

FAS_komplett

Die Zeitungen haben doch den großen Vorteil, dass der sichtbare Bereich über dem Falz eindeutig fest steht. Aber warum warum warum kann man eine Zeitung mit langen Artikeln nicht so gestalten, dass ein Artikel sich komplett über dem Falz befindet und nicht immer 5 Zeilen noch überlappen und man ständig hin und her drehen muss?

FAS_oberteil

Jeden Sonntag freue ich mich auf die neue Folge „Wie wir reich wurden“ in der FAS und jedes mal muss ich erstmal knicken, falten, drücken, drehen, knautschen und machen, bis ich das Ding so habe, dass ich es in einem durchlesen kann. Dass ich nicht ständig die Ansicht wechseln muss oder das komplette Zeitungsmonster aufgeklappt halten muss. Ja, ich finde das Format einer Zeitung hat was von einem Monster!

FAS_unterteil

Sowas wäre doch mal ein praktisches Update für das Zeitungsformat. Sollte es durch die strikte Aufteilung der Artikel auf die Bereiche über und unter dem Falz zu irgendwelchem Weißraum kommen, kann der ja mit Werbung gefüllt werden. ;)

(Ja, ich weiß, dass ich Zeitungen auch online lesen kann und dass mit dem iPad ja sowieso alles besser wird.;)

PS.: Übrigens eine tolle Serie in der FAS: Wie wir reich wurden

11 Gedanken zu „Warum immer nur wir und nie die Anderen? (Es geht um den „sichtbaren Bereich“)

  1. Hagen

    Zum Glück kommt bald das iPad – da ist dann alles im sichtbaren Bereich ;-)

  2. matze

    genau das denk ich auch immer, wenn ich zeitung lese.

    noch schlimmer sind nur amerikanische zeitungen, wo ein artikel auf seite 1 losgeht, um dann mitten im satz abbricht: „see page 5“ und genau dor weitergeht. aber das ist eine ganz andere geschichte…

  3. Sven

    Hallo Silke,

    endlich habe ich ein Gegenargument für manchen unsinnigen Kunden-Wunsch ;)
    Die Antwort der Verlage würde mich sehr interessieren :D

  4. Carsten

    So sehr ich Dein Leid in beiden Fällen teile, Silke (*seufz*), so sehr bin ich gegen eine „Über dem Falz“-Regel bei Zeitungen. Warum eine „Content follows form“-Vorschrift für Print nichts taugt, hat Harald Martenstein bereits vor 2 Jahren pointiert auf den Punkt gebracht: http://bit.ly/axSIWs

  5. Sascha

    @Carsten
    ….das riesige Bild etwas verkleinert und schon würde alles passen… werde mir jetzt mal Deinen Link ansehen.

  6. Max

    Die aktuelle Zeitungsausgabe, jetzt im Taschenbuchformat. Ob sich das vermarkten liese? Eher nicht.
    LG aus Nürnberg, Max

  7. Philipp

    Das Layout sollte sowieso auf den Falz angepasst werden. Echt grauenhaft nachher ein Schachbrett in der Zeitung zu haben. Am nervigsten im Flieger wenn man nur wenig Platz hat.

  8. Pingback: Redaktionelle Gedanken | SEOwoman

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